Die Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie des Gestationsdiabetes der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Schwangerschaft der DDG und DGGG wurden grundlegend überarbeitet und durch Veröffentlichung der evidenzbasierten S3-Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM) Diagnostik, Therapie und Nachsorge [906 KB] abgelöst.

Neben der evidenzbasierten Leitline [711 KB] steht auch die Praxisleitlinie [339 KB] bereits zur Verfügung.

Na endlich; auch bei IQWiG angekommen!

Wenn auch der 50g- Glukosetest als Vortest immer noch weitergeschleppt wird. 

Folgende Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Sitzung am 15. Dezember 2011 kann jetzt im Internet abgerufen werden:
Test auf Schwangerschaftsdiabetes wird GKV-Leistung Merkblatt unterstützt die ärztliche Aufklärung

Lesenswerte Kommentare und Erläuterungen zur S3-Leitlinie zum Gestationsdiabetes:  

 - Refresher "Gestationsdiabetes - praktische Aspekte nach der  neuen S3-Leitlinie" in Diabetologie und Stoffwechsel, 6. Jahrgang (2011) Heft 3, Seite R 27 - R40, dem der nachfolgende Screening- und Diagnose-Algorhythmus entnommen ist.

 - Heft 5/2011 der Zeitschrift "Diabetes,Stoffwechsel und Herz" (Diabetes Stoffw Herz 2011;20:317 -326) im August 2011 erschienen: "Deutsche Leitlinie Gestationsdiabetes - von den Studien zur praktischen Anwendung: Eine kritische Standortbestimmung der überarbeiteten Leitlinie".

 -Einen weiteren Artikel von H.Kleinwechter "Update Gestationsdiabetes [881 KB]" finden Sie in diesem Internetauftritt unter

"Wir über uns/ Zeitschriften/Fortbildungsartikel"

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Den bisherigen Flyer Gestationsdiabetes der FKDB und die Empfehlungen zum Screening auf Gestationsdiabetes finden Sie jetzt im Archiv.

 Die neue Leitlinie fasst den Begriff  "Gestationsdiabetes" enger und nimmt aus der bisherigen Definition des Gestationsdiabetes den Diabetes mellitus Typ 1, den Diabetes mellitus Typ 2  und den sekundären Diabetes heraus. Der im Flyer Gestationsdiabetes geforderte 75 g oGTT bei Vorliegen von Risikofaktoren bereits im ersten Trimenon ( Sofort nach Feststellung einer Schwangerschaft ) wird durch die Bestimmung einer Gelegenheits- oder Nüchternglukose vor der 24. Schwangerschaftswoche abgelöst.

Wird bei Bestimmung einer Gelegenheits- oder Nüchternglukose vor der 24. Schwangerschaftswoche ein normaler Blutzuckerwert festgestellt, bedeutet dies aber nicht, dass im weiteren Verlauf der Schwangerschaft der Blutzucker nicht doch noch ansteigen kann! Daher ist auch bei diesen Schwangeren der generelle 75g-oGTT in der 24. -27. Schwangerschaftswoche durchzuführen. (Die Blutzuckerbestimmung als Gelegenheits- oder Nüchternglukose dient nur dazu, eine Blutzuckererhöhung bei Frauen mit Risikofaktoren möglichst frühzeitig zu erfassen, um möglich früh die notwendigen Behandlung einleiten zu können.)

Zusammenfassend ist das genannte Vorgehen in dem bereits erwähnten Flußschema zum Screening und zur Diagnostik noch einmal dargstellt.

 Die starren Vorgaben des Flyers Gestationsdiabetes der FKDB zur Schulung, Ernährung und Blutzuckerselbstkontrolle bei Feststellung eines Gestationsdiabetes sind Patienten- bzw. Klinik-bezogen zu sehen, da die Zuweisungen zur Behandlung selten in der 24. - 28. SSW, sondern meist erst nach der 30. SSW erfolgten (Vermeidung von Zeitverlust; möglichst rasche Feststellung, ob Insulinbehandlung erforderlich.) Zur Blutzuckerkontrolle im weiteren Verlauf der Behandlung bis zur Entbindung lässt der Flyer der FKDB dem Diabetesspezialisten großzügigeren Spielraum als die jetzt vorliegende Leitlinie, die differenzierte Schemata vorgibt.

Neu in der S3- Leitlinie ist die strikte Einbeziehung des fetalen Abdominalumfanges in die Therapieentscheidungen zur Insulinbehandlung bzw. zu Höhe der anzustrebenden BZ-Werte. (Siehe hierzu auch Folien aus einem Vortrag [54 KB] zu diesem Thema.) 

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Der nachfolgende Text ist -zitiert- der Veröffentlichung "Gestationsdiabetes - praktische Aspekte nach der neuen S3-Leitlinie"  von H. Kleinwechter und U. Schäfer-Graf  in Diabetologie und Stoffwechsel, 6. Jahrgang (2011) Heft 3, Seite R 27 - R40 entnommen.

Empfohlene Gewichtszunahme der Mutter im Schwangerschaftsverlauf

Eine zu geringe oder exzessive Gewichtsentwicklung während der Schwangerschaft erhöht die Rate an Schwangerschaftskomplikationen. Außerdem haben Mütter mit übermäßiger Gewichtszunahme während der Schwangerschaft Probleme, das Gewicht postpartal wieder zu verlieren und tragen damit eine Hypothek für Risiken in weiteren Schwangerschaften und Risiken für ihre allgemeine Gesundheitsprognose. Daher hat das US-amerikanische Institute of Medicine (IOM) in einem umfangreichen Bericht [10] Empfehlungen für Gewichtsbereiche aus Beobachtungsstudien abgleitet, die mit einer verbesserten Prognose für Mutter und Kind verbunden sind (Tab. 2) und je nach präkonzeptionellem BMI differieren. 

Um den Schwangeren die Selbstführung der Gewichtsentwicklung zu erleichtern und zu veranschaulichen, können Nomogramme verwendet werden (Abb. 6). Hierbei wird das Gewicht mit 12 SSW bei Erstvorstellung nach GDM-Diagnose dokumentiert. Danach kann die Schwangere ihr Körpergewicht ohne Bekleidung einmal wöchentlich zu Hause messen, eintragen und die Ergebnisse zu den Arztterminen mitbringen. Eine moderate Gewichtsabnahme in den ersten Wochen nach Ernährungsumstellung wird häufig beobachtet und ist unbedenklich.

 

Tabelle und Abbildung wurden einem Vortrag von H. Kleinwechter

anlässlich der 46.Jahrestagung der DDG 2011 in Leipzig entnommen.

 

 

Die Nomogramm-Vorlagen wurden freundlicherweise von Herrn Dr. H. Kleinwechter zur Verfügung gestellt.

In Anlehnung an die gezeigte Abbildung wurden vom Diabetologikum Kiel für verschiedene BMI-Bereiche (siehe Tabelle) Nomogrammvorlagen erstellt, die den Schwangeren zur Dokumentation der Gewichtszunahme mitgegeben werden können. Diese Nomagramme finden Sie auch in der Leitlinie Gestationsdiabetes mellitus (GDM) Diagnostik, Therapie und Nachsorge [906 KB]

Gewichtszunahme GDM bei BMI unter 18,5 kg/m2 [69 KB]

Gewichtszunahme GDM bei BMI 18,5 - 24,9 kg/m2 [69 KB]

Gewichtszunahme GDM bei BMI 25 - 29,9 kg/m2 [68 KB]

Gewichtszunahme GDM bei BMI 30 und höher kg/m2 [67 KB]